Sächsisches Schmetterlingswiesenprojekt von der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

28.08.2017

Vor dem Hintergrund des massiven Insektensterbens in unserer Umwelt startete im Jahr 2015 das Projekt „Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“. Es widmet sich der zu intensiven Mahd von Grünflächen in Städten und Dörfern und ruft dazu auf, eine Fläche im Jahr nur zwei- bis dreimal zu mähen und bei jeder Mahd 10 bis 30 Prozent der Fläche ungemäht zu belassen. Heute erhielt die Initiative für ihr Engagement den Titel „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“. Diese Auszeichnung erhalten Projekte, die sich in nachahmenswerter Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.
Bei der Festveranstaltung in den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden-Klotzsche sprach Prof. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, über die Biodiversität im Anthropozän, welche Verluste sie bereits erlitten hat und wie existenziell wichtig sie für uns Menschen ist, einschließlich der Insekten, die für die Bestäubung insbesondere der vitaminliefernden Kulturpflanzen unerlässlich sind.
Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt überreichte die Auszeichnung und sprach über die Erfolge des Projektes: „Den ‚Schmetterlingswiesen’ haben sich Privatpersonen, Schulen, Kindergärten, Unternehmen, Kommunen, Kleingartenvereine und weitere Akteure verpflichtet, um die Tagfalter in Sachsen zu schützen. Derartige Projekte sind wichtig, um die Bürger für den Naturschutz und für den Erhalt der Artenvielfalt zu sensibilisieren.“
Und es sind bereits konkrete Ergebnisse zu verzeichnen: Seit Beginn des Projektes entstanden 170 Schmetterlingswiesen in Sachsen – bei jeder Mahd bleibt hier ein Teil der Fläche ungemäht. „Die Schmetterlinge kommen zurück“, freut sich Dr. Matthias Nuß, Initiator des Projektes und Leiter der Sektion Lepidoptera am Senckenberg Museum für Tierkunde und fügte hinzu: „Auf den Wiesen entwickeln sich Eier, Raupen und Puppen weiter; von dort aus können die Falter die zuvor gemähten Bereiche wieder besiedeln.“
Im Anschluss wurde an der Schmetterlingswiese Nr. 12 vor dem Institut unter anderem über die Praxis der Wiesenpflege diskutiert und in der wissenschaftlichen Sammlung konnten die Gäste Belege von in Sachsen längst ausgestorbenen Arten bewundern.
Mehr Informationen über das Projekt gibt es unter www.schmetterlingswiesen.de. Dort gibt es viele Tipps zur Wiesenpflege, Wissenswertes über Tagfalter und ihre Nahrungspflanzen, und die Wiesenpfleger schreiben in ihren Blogs, welche Erfahrungen sie bei der Wiesenpflege gemacht haben. Wer eine Schmetterlingswiese pflegt kann sich auf der Homepage ein Schmetterlingswiesenschild bestellen und wer wissen möchte, welche Tagfalterarten auf seiner Wiese fliegen, kann sich kostenlos eine App auf sein Smartphone laden, um die Arten interaktiv zu bestimmen und die Beobachtungen mitzuteilen.
„Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ ist ein Kooperationsprojekt der Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt, dem Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden, dem Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Sachsen e. V., dem Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL), Landesverband Sachsen e. V. und dem Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz e. V. Das Projekt wird unterstützt aus Zweckerträgen der Lotterie Glücksspirale. (mn)



Nach der Urkundenüberreichung an der Schmetterlingswiese Nr. 12 in Dresden-Klotzsche (v.l.n.r.): Andrea Gößl (Leiterein Press- und Öffentlichkeitsarbeit, Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt), Dr. Matthias Nuß (Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden), Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger (Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Thomas Schmidt (Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Sachsen), Christina Kretzschmar (Geschäftsführerin des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege, Landesverband Sachsen), Susanne Ziemer (Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz), Bernd Heinitz (Vorsitzender des NABU Landesverbandes Sachsen). Foto: Ina Ebert (NABU Sachsen)



 
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