Nachrichten

Rätsel um die Überlegenheit des Asiatischen Marienkäfers aufgeklärt


16.05.2013
Ein deutsches Wissenschaftlerteam interessierte sich für die Frage, warum manche fremdländische Arten zu erfolgreichen invasiven Arten werden, während andere, nahe verwandte Arten, oft nicht diese Eigenschaft besitzen. In manchen Fällen, so bei den Marienkäfern, werden einheimische Arten sogar von ihrem invasiven, fremdländischen Verwandten verdrängt. In der heute erschienenen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science präsentieren die Wissenschaftler aus Gießen, München und Jena ihre Forschungsergebnisse zum Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis). Dieser trägt parasitische Mikrosporidien in seinem Körper, gegen die er selbst immun ist. Da die räuberischen Marienkäfer, die sich überwiegend von Blattläusen ernähren, auch Marienkäfer sowohl der eigenen als auch anderer Arten fressen, geht diese räuberische Konkurrenz zu ungunsten der einheimischen Marienkäferarten aus: sie sterben nicht nur, wenn sie von Artgenossen oder anderen Marienkäferarten, wie dem Asiatischen Marienkäfer gefressen werden, sondern auch dann, wenn sie selbst einen Asiatischen Marienkäfer fressen. Denn mit ihm nehmen sie die Mikrosporidien auf, gegen die sie nicht immun sind. (mn)

Zur Originalarbeit:
Vilcinskas, A., K. Stoecker, H. Schmidtberg, C. R. Röhrich & H. Vogel 2013: Invasive Harlequin Ladybird Carries Biological Weapons Against Native Competitors. – Science 340 (6134): 862–863. 
 
Pressestimmen:
Asiatische Marienkäfer nutzen Bio-Waffen gegen ihre europäischen Verwandten

Max-Planck-Gesellschaft 16. Mai 2013 

Invasiver Marienkäfer nutzt Bio-Waffen
Justus-Liebig-Universität Gießen 16. Mai 2013



„Bye Bye Biene?“


03.05.2013
Das globale Bienensterben kommt nicht aus den Schlagzeilen. In der im April von Greenpeace veröffentlichten, 50-seitigen Studie „Bye Bye Biene?“ sind die wichtigsten Punkte, welche Anlass zur Sorge geben, dass, erstens, derzeit keine exakten Daten vorliegen, um verlässliche Schlussfolgerungen zum globalen Zustand von Bestäubern ableiten zu können, zweitens, dass der Anbau bestäubungsabhängiger Kulturpflanzen schneller zunimmt als der globale Bestand kommerziell gehaltener Honigbienen und gleichzeitig Wildbestäuber in ihrem Vorkommen und in ihrer Vielfalt eingeschränkt werden, sowie drittens, das Honigbienenpopulationen in verschiedenen Ländern unterschiedliche Entwicklungen zeigen, aber selbst in Gebieten mit hoher landwirtschaftlicher Produktion wie den USA, Großbritannien und vielen anderen westeuropäischen Ländern Rückgänge dokumentiert sind.
Greenpeace beruft sich auf wissenschaftliche Publikationen, die in der Studie zitiert werden und fordert den Einsatz bienenschädlicher Pestizide zu verbieten, nationale Aktionspläne zu verabschieden, um landwirtschaftliche Praktiken, die sich positiv auf Bestäuber auswirken, zu fördern, natürliche und naturnahe Lebensräume in und in der Nähe von Agrarlandschaften zu schützen und die Artenvielfalt auf den Agrarflächen zu erhöhen sowie mehr finanzielle Mittel für die Erforschung, Entwicklung und Anwendung ökologischer Anbaupraktiken zur Verfügung zu stellen.
Bei der Forderung nach dem Verbot bienenschädlicher Pestizide geht Greenpeace über den jüngst von der EU-Kommission eingebrachten Vorschlag hinaus, die Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zu verbieten und fordert das Verbot vier weiterer Insektizide.


"More than Honey" erhält Filmpreise


30.04.2013
Der im November 2012 in den deutschen Kinos gestartete Dokumentarilm "More than Honey", der über das weltweite Bienensterben berichtet, erhielt am Freitag den Deutschen Flimpreis in der Kategorie „Dokumentarfilm“.

Der Film von Markus Imhoof war in der Schweiz der erfolgreichste einheimische Kinofilm 2012. Neben dem Deutschen Filmpreis 2013 erhielt "More than Honey" auch den Bayerischen Filmpreis 2013 (Kategorie "Dokumentarfilm"), den Publikumspreis der Solothurner Filmtage 2013, die Schweizer Filmpreise 2013 (Kategorien "Dokumentarfilm" und "Filmmusik") und den Romy 2013 (Kategorien "Beste Dokumentation Kino" und "Bester Produzent Kino-Domumentation").



Einsatzbeschränkung für Neonikotinoide kommt


29.04.2013
Ab 1. Dezember 2013 ist die Nutzung der Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für Sonnenblumen, Raps, Mais und Baumwolle in der gesamten EU verboten. Bei der heutigen Abstimmung von Vertretern der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben 15 Mitgliedsstaaten für den Vorschlag der EU-Kommission gestimmt, acht dagegen und vier hatten sich enthalten. Damit wurde bei der Abstimmung zwar keine qualifizierte Mehrheit für das Verbot erzielt, die Entscheidung liegt aber jetzt bei der Europäischen Kommission, die den Vorschlag selbst einreichte und deshalb das Verbot im Alleingang durchsetzen wird. Es gilt zunächst für zwei Jahre.

Siehe auch unsere Nachrichten vom 01.02.2013.


Weitere Informationen:

Mehr Schutz für Europas Bienen tagesschau.de vom 29.04.2013

Walter Haefeker, Europäischer Berufsimkerverband, zu den EU-Maßnahmen gegen das Bienensterben tagesschau.de vom 29.04.2013

Neonikotinoid-Verbot kommt agrarheute.com vom 29.04.2013

Europaweiter Beschluss zu Neonikotinoiden stärkt Bienenschutz Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Pressemitteilung Nr. 124 vom 29.04.13

Neonicotinoide: Jetzt entscheidet Kommission BauernZeitung.at vom 29.04.2013


Jetzt auch "Weichtiere-Sachsen" Online


25.04.2013
Nach zweijähriger Entwicklung und erfolgreicher Testung der Online-Plattform „Insekten-Sachsen“ wird diese nun auch von den Malakologen für die Schnecken und Muscheln des Freistaates verwendet. Die neue Plattform geht mit 12 Artsteckbriefen, 88 Fotos, 243 Onlinemeldungen sowie 22.200 Nachweisen, die aus Literatur, Sammlungen und von Exkursionen zusammengetragen wurden, an den Start.
Ähnlich wie das Insekten-Sachsen-Team möchten auch die Malakologen auf einige der 205 in Sachsen vorkommenden Arten besonders aufmerksam machen und einladen, Beobachtungen mitzuteilen. So kann jeder helfen, das Wissen um unsere einheimischen Arten zu mehren, denn selbst für die größte einheimische Schneckenart – die Weinbergschnecke – ist die Verbreitung in Sachsen noch ungenügend bekannt. Mit „Weichtiere-Sachsen“ sollen auch pauschale Vorurteile gegenüber Schnecken, die insbesondere durch die Fraßschäden der Spanischen Wegschnecke beflügelt wurden, abgebaut und auf interessante, einheimische Schnecken und Muscheln hingewiesen werden, von denen ein Großteil der Arten stark bedroht ist.
„Weichtiere-Sachsen“ lädt Naturfreunde und Spezialisten gleichermaßen ein, sich mit den einheimischen Vertretern der weltweit zweitgrößten Tiergruppe zu beschäftigen und an ihrer Erforschung mitzuwirken.

Zu erreichen ist „Weichtiere-Sachsen“ unter www.weichtiere-sachsen.de


Insekten Sachsen für unterwegs


18.04.2013
Wer kennt es nicht: Man ist in der Natur unterwegs, sieht einen Falter und möchte gern seinen Namen wissen. Dieser lässt sich jetzt mit der mobilen Funktion von "Insekten Sachsen" auf dem Smartphone nachschlagen. Farbige Fotos und Diagnosen ermöglichen die Bestimmung oder Überprüfung einer solchen im Gelände. Und, einmal bei der richtigen Art angekommen, kann man gleich vor Ort die Beobachtung mittels Smartphone an "Insekten Sachsen" mitteilen.

Die Bestimmungshilfe enthält bereits 1.193 Insektenarten. Die Fotos sind von Naturfreunden zusammen mit Fundmeldungen bei "Insekten Sachsen" eingereicht und von Spezialisten geprüft worden. Auf dieser Grundlage können nun weitere Beobachtungen in der Natur gemacht und mitgeteilt werden. Die Beteiligung von Bürgern an der Wissenschaft funktioniert also. Allen Mitmachenden ein herzliches Dankeschön und weiterhin viel Freude bei der Insektenbeobachtung!

Die mobile Version von "Insekten Sachsen" erreicht man unter www.insekten-sachsen.de/mobil (mn)


EU Komission empfiehlt Verbot von Neonikotinoiden


01.02.2013
Die EU Kommission empfahl am Donnerstag, den 31. Januar 2013, ein zunächst zweijähriges Verbot für die drei Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam, die zur Stoffklasse der Neonikotinoide gehören. Das Verbot soll für solche Kulturpflanzen gelten, die Nektar produzieren und von Bienen bestäubt werden, nicht aber für windblütige Pflanzen. Der Antrag wurde gestellt, nachdem am 16. Januar 2013 die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Reihe von Risiken für Honigbienen (Apis mellifera) durch diese drei Insektizide aufzeigte. Eine Petition der Avaaz zum sofortigen Verbot der Neonikotinoide an die Entscheidungsträger der EU wurde von über 2 Millionen Menschen unterzeichnet.

Zum Weiterlesen:

31.01.2013: Bee health – European Food Safety Authority (efsa) 

31.01.2013: Neonicotinoids: Exec wants two-year suspension of use and sale

31.01.2013: Umweltgifte: Pestizid-Verbot soll Bienen retten

16.01.2013: EFSA identifiziert Risiken durch Neonicotinoide für Bienen

01.06.2012: EFSA wertet Studien zu einigen Pestiziden und Bienengesundheit aus




Stellenausschreibung: Sammlungstechniker(-in) am Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden


21.01.2013
Am Senckenberg Museum für Tierkunde Dresden ist zum 01.04.2013 die Stelle eines / einer Sammlungstechniker /-in ausgeschrieben worden. Bewerbungstermin ist der 15.02.2013. Der vollständige Ausschreibungstext findet sich in nachfolgendem Link:

SammlungstechnikerIn.pdf


Frohe Weihnachten und alles Gute für 2013!


21.12.2012
Für insekten-sachsen.de geht ein spannendes Jahr zu Ende. Der Funktionsumfang wurde wie geplant, aber auch Dank zahlreicher Hinweise von unseren Meldern, erheblich erweitert und optimiert. Die Anzahl eingehender Meldungen reißt auch jetzt in den kalten Winterwochen nicht ab, da nun viele daheim ihre Fotoarchive durchstöbern und so manche Beobachtung ein zweites Mal entdecken. Fast 2.000 Fotos sind nunmehr auf insekten-sachsen.de eingegangen, wurden von Spezialisten geprüft und stehen für die Bestimmungshilfe zur Verfügung. Diese ist Grundlage für eine korrekte Artbestimmung der zukünftig eingehenden Meldungen und wir wünschen uns, dass damit auch im nächsten Jahr weitere Naturinteressierte Anstoß finden, mitzumachen.

Wir bedanken uns bei allen, die in diesem Jahr zum Wachsen unseres Informationsportals beigetragen haben, wünschen besinnliche Festtage und eine weiterhin so gute Zusammenarbeit in 2013!

Euer Insekten-Sachsen-Team



Insekt des Jahres 2013


12.12.2012
Die Gebänderte Flussköcherfliege (Rhyacophila fasciata) wurde zum Insekt des Jahres 2013 gekürt.

Rhyacophila fasciata hat eine Körperlänge von etwa 10 mm und eine Vorderflügellänge von 10–14 mm. Sie gehört damit zu den großen einheimischen Arten der Köcherfliegen (Trichoptera). Köcherfliegen besitzen vier Flügel und sind mit den Schmetterlingen verwandt. Wie diese entwickeln sich die Tiere über eine vollständige Metamorphose und der Körper der erwachsenen Tiere ist von Schuppen bedeckt. Bei den Köcherfliegen sind diese Schuppen haarförmig, bei den Schmetterlingen hingegen spatelförmig.
Die Larven der Köcherfliegen leben aquatisch, das heißt unter Wasser. Zum Atmen nehmen sie den Sauerstoff über Tracheenkiemen aus dem Wasser auf. In den meisten Köcherfliegenfamilien bauen sich die Larven aus Seide einen Köcher (Name!), in welchem je nach Art Sandkörnchen oder Pflanzenteile eingeflochten werden. Die Larven der Gebänderten Flussköcherfliege leben in schnell fließenden Bächen und Flüssen der Mittelgebirge. Sie fressen kleine Wasserinsekten.

Faltblatt Insekt des Jahres 2013


Insekten Sachsen jetzt mit RSS-Feed


10.12.2012
Ein RSS-Feed zeigt in einer Listendarstellung die aktuellsten Änderungen auf Insekten Sachsen chronologisch an. Hierzu gehören Fundmeldungen, Termine, Artsteckbriefe und Nachrichten. Über ein Suchfeld kann in dieser Liste nach einzelnen Art- oder Gattungsnamen gesucht werden, wonach das Ergebnis auf diese eingeschränkt wird. Um die RSS-Feeds lesen zu können benötigt man einen RSS-Reader. Ein solcher ist in verschiedenen Browsern (z. B. Internet Explorer, Firefox) und anderen Programmen (MS Outlook) bereits enthalten, kann aber auch aus dem Internet heruntergeladen werden (z. B. RSSOwl). In der Regel reicht es, einfach mit der Maus auf das RSS-Symbol zu klicken, um die Informationen lesen zu können. Auf Insekten Sachsen ist das Symbol auf der Startseite im unteren Bereich der rechten Spalte zu finden. Einfach anklicken und abonnieren! (mn)


Sumpfwiesenperlmuttfalter zum Schmetterling des Jahres 2013 gekürt


25.11.2012
Die Naturschutzstiftung des BUND Nordrhein-Westfalen und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen haben den Sumpfwiesenperlmuttfalter (Boloria selene) am 22.11.2012 in Düsseldorf zum Schmetterling des Jahres 2013 gekürt.
Der Sumpfwiesenperlmuttfalter lebt vor allem auf Feuchtwiesen, an Moorrändern und in Sümpfen, wo seine Larven das Sumpfveilchen finden, ihre Nahrungspflanze. In den regenreicheren atlantischen und alpinen Bereichen Deutschlands kommt der Schmetterling auch auf trockeneren nährstoffarmen Wiesen, Weiden, Mager- und sogar Schwermetallrasen vor und ernährt sich dort auch von anderen Veilchenarten.
Bereits jetzt lebt der Sumpfwiesenperlmuttfalter in inselartig voneinander isolierten Populationen. Hauptursachen dafür sind der fortschreitende Landschaftsverbrauch mit Trockenlegung vieler Feuchtgebiete, Umbruch von Wiesen zu Ackerland sowie die Eutrophierung durch Stickstoffeintrag aus der Luft.
Nach aktuellen Voraussagen wird der Schmetterling in den nächsten Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels einen Großteil seines Lebensraums einbüßen.


Insekten Sachsen bekommt eine Bestimmungshilfe


09.09.2012
Mit 1.400 Fotos, die uns auf Insekten Sachsen bereits zugegangen sind, lassen sich nun auf übersichtlich angeordneten Tafeln die einheimischen Insektenarten vergleichen. Der Einstieg zeigt Vertreter unterschiedlicher Insektenordnungen, wie Schmetterlinge, Zweiflügler, Käfer, Hautflügler, Libellen, Schnabelkerfe u.a.m. Hier kann man eine Insektenordnung auswählen, kommt so zu deren Großgruppen, z. B. bei den Schmetterlingen zu den Tagfaltern. Dort geht es weiter zu den Familien der Dickkopffalter, Ritterfalter, Weißlinge, Bläulinge, Edelfalter und Würfelfalter. Geht man nun beispielsweise weiter zu den Edelfaltern, trifft man so bekannte Arten wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Landkärtchen, Kaisermantel und auch weitgehend unbekannte Arten wie Kleiner Eisvogel, Blaukernauge und Großer Fuchs. All das erschließt sich durch Vergleich der Fotos und sollte es auch Einsteigern ermöglichen, sich weit in der Vielfalt der Insekten zurechtzufinden. Ist man durch den Fotovergleich bei einer Art angekommen, kann man von hier direkt weiter zur Artbeschreibung gelangen, um seine Artbestimmung zu prüfen oder mehr über diese Art zu erfahren.
Aber Vorsicht: Nicht alle Arten lassen sich anhand eines Fotos bestimmen! Siehe dazu unsere Nachricht vom 17.07.2012 über die Einführung eines Ampelsystems auf Insekten Sachsen. (mn)


Steckbrief für Pantilius tunicatus als 100. Steckbrief einer Wanzenart erstellt


06.09.2012
Mit dem Erscheinen der ersten Tiere der für den Herbst typischen Wanzenart Pantilius tunicatus wurde deren Steckbrief erstellt. Damit existieren jetzt Artsteckbriefe für 100 Wanzenarten, die alle einheimischen Wanzenfamilien repräsentieren. Außerdem sind bereits für 475 der 676 sächsischen Arten Fotos sowie Funddaten zu fast allen sächsischen Wanzenarten auf Insekten Sachsen verfügbar. (mm)





Neuerscheinung: Eckehard Rößner, Die Hirsch- und Blatthornkäfer Ostdeutschlands


05.09.2012
Wie sähe unsere Landschaft aus, würden all die festen Hinterlassenschaften des Stoffwechsels der Säugetiere, die sich zwischen Ostsee und Erzgebirge tummeln, für alle Ewigkeit liegen bleiben! Dass dem nicht so ist, verdanken wir einem Großteil der Scarabaeoidea, jenen Käfern, die sich dieser Haufen noch einmal annehmen und sie verstoffwechseln. Einige dieser Käferarten sind recht populär, wie „der“ Mistkäfer, von dem es tatsächlich bei uns mehrere Arten gibt, die für ihren Nachwuchs Brutfürsorge betreiben! Andere leben, zeitlebens, versteckt in oder unter den Haufen, manche sind spezialisiert, so z. B.  Onthophagus vitulus, der in der Kotkammer des Feldhamsters lebt.
Nicht alle Käfer der scarabaeoiden Verwandtschaft haben diese Ernährungsgewohnheiten – andere fressen an lebenden Pflanzen wie der Maikäfer oder in abgestorbenem Holz wie der Eremit.
In über 20 Jahren hat Eckehard Rößner in akribischer Arbeit zusammengetragen, welche dieser Käferarten in Ostdeutschland vorkommen, hat deren Einzelnachweise durch eigene Exkursionen, Auswertung von Literatur und wissenschaftlichen Sammlungen ermittelt. Angereichert mit Wissen zur Lebensweise und Habitatbindung der Arten, aussagekräftigen Farbabbildungen der Käfer, Verbreitungskarten und Phänogrammen nimmt die präzise Abhandlung 505 Seiten im A4 Format ein.
Damit hat Eckehard Rößner ein Grundlagenwerk geschaffen, das lange Bestand haben wird. Wenngleich das Hauptaugenmerk des Buches auf der Faunistik, dem Vorkommen der einzelnen Käferarten im Untersuchungsraum, liegt, sind die zusätzlichen Informationen über Lebensweise, Habitatbindung und Erkennung der Arten präzise recherchiert und beschrieben. Sie machen das Werk zu einem Handbuch, an dem niemand vorbeikommt, der sich mit den Scarabaeoidea Deutschlands beschäftigt.
Dem Autor Eckehard Rößner beglückwünsche ich zu dem vorgelegten Werk! (mn)


Eckehard Rößner
2012
Die Hirschkäfer und Blatthornkäfer Ostdeutschlands (Coleoptera: Scarabaeoidea)
505 Seiten
ISBN 978-3-00-036153-1

Herausgegeben und zu beziehen von:
Verein der Freunde und Förderer des Naturkundemuseums Erfurt e. V.
Große Arche 14, 99084 Erfurt
Tel.: 0361-6555680
FAX: 0361-6555689
naturkundemuseum @ erfurt.de


Sachsens Gewässer mit Pestiziden belastet


30.08.2012
Pflanzenschutzmittel (Pestizide) sind Stoffe, die zur Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen in der Land- und Forstwirtschaft, im Gartenbau sowie in der Vorratshaltung eingesetzt werden. Das Pflanzenschutzgesetz regelt den Umgang mit solchen Mitteln, u.a. auch um "Gefahren, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder durch andere Maßnahmen des Pflanzenschutzes, insbesondere für die Gesundheit von Mensch und Tier und für den Naturhaushalt, entstehen können, abzuwenden oder ihnen vorzubeugen."
Nun ergab die Beantwortung einer Kleinen Anfrage von Johannes Lichdi, dem naturschutzpolitischen Sprecher Der GRÜNEN-Landtagsfraktion durch den Landwirtschafts- und Umweltminister Frank Kupfer (CDU), dass in den letzten 5 Jahren in sächsischen Gewässern 344 Grenzwertüberschreitungen mit nicht mehr zugelassenen Pestiziden registriert wurden. (mn)

Antwort von Landwirtschafts- und Umweltminister Frank Kupfer (CDU) auf die Kleine Anfrage von Johannes Lichdi, naturschutzpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion, nach der Pestizidbelastung sächsischer Oberflächen- und Grundwasserkörper (Drs. 5/9497)


Neue Rote Liste der wirbellosen Tiere Deutschlands erschienen


29.08.2012
Zu Beginn des Monats ist die neue Rote Liste der wirbellosen Tiere Deutschlands erschienen. Unter den Insekten sind Zweiflügler (Asilidae, Empidoidea, Syrphidae), Schmetterlinge (Bombycoidea, Drepanoidea, Geometroidea, Noctuoidea, Papilionoidea, Pyraloidea), Hautflügler (Apidae, Formicidae, diverse Aculeata, Symphyta), Fransenflügler, Heuschrecken, Schaben und Ohrwürmer vertreten, wobei die Zünslerfalter (Pyraloidea) und die Raubfliegen (Asilidae) erstmalig vertreten sind. Käfer und weitere Fliegengruppen sind derzeit noch in Bearbeitung und werden in einem demnächst erscheinenden Band der „Roten Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands“ behandelt.

Im vorliegenden Band sind etwa 5.500 Insektentaxa bearbeitet. Für jede behandelte Gruppe liegt ein vollständiges Verzeichnis der in Deutschland vorkommenden Arten vor. Knapp die Hälfte dieser Arten gilt als bestandsgefährdet. Die Wildbienen weisen mit 52,2% überdurchschnittlich viele Rote-Liste-Arten auf.

Eine Besonderheit der neuen Roten Liste Deutschlands ist eine neue zur Anwendung kommende Methodik, welche u. a. die aktuelle Bestandssituation sowie langfristige und kurzfristige Bestandstrends eine jeder Art analysiert. Mit diesen Kriterien wird eine hohe Transparenz hergestellt, wie es zur Einstufung einer Art in eine bestimmte Kategorie kommt und es lassen sich anhand derselben Methodik in der Zukunft Änderungen in der Bestandssituation ermitteln. (mn)

Mehr Information und Bezugsmöglichkeit


Japanische Wissenschaftler weisen Missbildungen bei Schmetterlingsart in Fukushima nach


16.08.2012
Mutationen treten natürlich in allen Populationen von Organismen auf. Ohne sie gäbe es keine Evolution. Aber viele dieser Mutationen sind auch gesundheitsbeeinträchtigend oder gar tödlich. In den 1920er Jahren zeigte Hermann Muller, dass hohe Dosierungen von Röntgenstrahlen die Mutationsrate um 15000% erhöht. 1946 erhielt er für seine Forschungsarbeiten den Nobelpreis.
Nun untersuchten Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa erstmals Auswirkungen der durch Schmelze und Explosion des Atomreaktors Dai-ichi in Fukushima in der Umwelt erhöhten Radioaktivität auf Lebewesen. Ihr Untersuchungsobjekt war der Japanische Bläuling (Zizeeria maha).
Zur Zeit des Reaktorunglücks befand sich die Population des Japanischen Bläulings im Larvenstadium, sodass die Tiere nicht nur äußerlich der künstlichen Strahlung ausgesetzt waren, sondern diese auch mit ihrer einzigen Nahrungspflanze, dem Sauerklee Oxalis corniculata aufnahmen. 12,4% der Falter, die sich zwei Monate später aus diesen Larven entwickelten, wiesen Missbildungen auf. Die F1-Generation, aufgezogen außerhalb einer erhöhten radioaktiven Strahlung, zeigte eine erhöhte Mortalität bei Larven und Puppen sowie bei 18,3% der sich entwickelten Falter Missbildungen. Dieser Anteil erhöhte sich auf 33,5% in der F2-Generation, welche im Labor aus der Kreuzung eines mit erblicher Strahlenbelastung und eines unbelasteten Elternteils hervorging.
Missbildungen wurden an praktisch allen Körperteilen nachgewiesenen, an Fühlern, Augen, Mundwerkzeugen, Beinen und Flügeln, einschließlich veränderter Flügelzeichnungen. Am Thorax wurden tumorartige Verdickungen gefunden. Innere Organe wurden nicht untersucht. (mn)

Zum Originalartikel


NABU veröffentlicht Libellenschlüssel


16.08.2012
Für die Libellen Norddeutschlands liegt ein neuer Feldbestimmungsführer, erarbeitet von Dietmar Glitz und herausgegeben vom NABU Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen vor. Auf 374 Seiten können mit diesem Geländeschlüssel alle 81 in Deutschland heimischen Arten bestimmt werden. Darüber hinaus werden diese Arten jeweils mit beeindruckenden Fotografien und tollen Zeichnungen vorgestellt.
Viele Libellenfachleute aus den nördlichen Bundesländern haben ihre Beobachtungsdaten beigetragen und auch der Autor des Feldführers hat seine Arbeit dem NABU ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. So ist ein aktuelles und sehr informatives Nachschlagewerk zu einem ausgesprochen günstigen Preis für alle Libellen Deutschlands entstanden.
Mit der Herausgabe dieses neuen Libellenfeldschlüssels will der NABU für alle Naturinteressierten eine praktische und motivierende Unterstützung bieten, sich eingehender mit diesen faszinierenden Insekten in ihren natürlichen Lebensräumen zu beschäftigen. Neben Anregungen zu eigenen, schönen Naturerlebnissen mit diesen Akrobaten der Lüfte werden, besonders auf der zusätzlichen DVD, konkrete Hinweise zum Schutz oder zur Verbesserung ihrer Lebensräume gegeben.

Der Feldführer und die dazugehörige DVD kosten 19,80 € (NABU Mitglieder 14,80 €). Bestellung über die NABU Landesgeschäftstellen:
NABU Niedersachsen, Alleestr. 36, 30167 Hannover, info@NABU-niedersachsen.de  
NABU Schleswig-Holstein, Färberstr. 51, 24534 Neumünster, info@NABU-SH.de  
NABU Hamburg, Osterstr. 58, 20259 Hamburg-Eimsbüttel, NABU@NABU-Hamburg.de  
NABU Mecklenburg-Vorpommern, Arsenalstr. 2, 19053 Schwerin, lgs@NABU-MV.de  



Ampelsystem auf Insekten Sachsen illustriert Schwierigkeitsgrad bei Artbestimmung


17.07.2012
Ein Ampelsystem mit den Farben grün, gelb, rot und grau kennzeichnet von nun an auf Insekten Sachsen den Schwierigkeitsgrad bei der Bestimmung von Arten. Die Farben bedeuten:

Grün:  Allein nach äußeren Merkmalen schon mit bloßem Auge oder bei geringer Vergrößerung (10-fach) mit einer Lupe bestimmbar.
Gelb:  Nach äußeren Merkmalen bei geringer (10-facher) bis mittlerer (30-facher) Vergrößerung mit einer Lupe sowie unter Nutzung von Fachliteratur bestimmbar.
Rot:  Nur nach Untersuchung von Genitalmerkmalen mithilfe eines Stereomikroskopes bestimmbar.
Grau:  Allenfalls für einen Experten mit viel Erfahrung, Fachliteratur und Vergleichsmaterial bestimmbar.

Der Kreis ist in der Senkrechten halbiert, um, falls nötig, im linken Halbkreis die Männchen sowie im rechten Halbkreis die Weibchen differenzieren zu können: grün-gelb, gelb-rot und rot-grau. 

Ein solches Ampelsystem wird bereits von Kunz et al. (2011) benutzt. Wir finden dies didaktisch sehr hilfreich und nutzen es analog den Vorgaben dieser Autoren, um Verwirrungen zwischen sehr ähnlichen Systemen zu vermeiden.

Für die Wanzen und die Tagfalter ist das Ampelsystem bereits verfügbar. Es gilt zu beachten, dass dieses nur unter Beachtung der in Sachsen vorkommenden Arten etabliert worden ist. In der Natur kommen verwandte und schwieriger zu unterscheidende Arten oft in anderen Regionen vor.

Literatur
  • Kunz, G., H. Nickel & R. Niedringhaus 2011: Fotoatlas der Zikaden Deutschlands. – Wissenschaftlich Akademischer Buchvertrieb - Fründ, Scheeßel. 293 S.

mn




Artsteckbriefe auf Insekten Sachsen jetzt mit automatisch generierten Phänogrammen


13.07.2012
Auf Insekten Sachsen werden nun auch Phänogramme automatisch aus dem Datenbestand generiert. Sie sind neben Artsteckbrief, interaktiver Karte und Fotogalerie als vierter Reiter einer jeden Art zugeordnet. Phänogramme zeigen die Erscheinungszeiten der jeweiligen Entwicklungsstadien (z. B. Ei, Larve, Adulte) einer Insektenart im Jahresverlauf an. Im Phänogramm sind auf der Zeitachse die Monate eines Jahres dargestellt. Jeder Monat ist in drei Dekaden (Anfang, Mitte, Ende) unterteilt. Die Ordinate gibt die Anzahl der Funde wieder. mn


Bei Insekten Sachsen immer auf dem neuesten Stand


02.07.2012
Von nun an informieren wir an dieser Stelle über neueste Entwicklungen auf Insekten Sachsen. Und gleich unterhalb der Nachrichten wird jederzeit auf die neuesten Fundmeldungen, neue und aktualisierte Steckbriefe sowie die neuesten Fotos hingewiesen. mn
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